Stadt Bitburg


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„Archäologie in Bitburg“ Teil 50 – Hatte das Römerkastell einen Graben?

15.3.2017

Römische Kastelle wurden häufig durch einen oder mehrere Wehrgräben zusätzlich gesichert. Diese Gräben waren aber nicht wie mittelalterliche Burggräben mit Wasser gefüllt. Die Gräben behinderten den Ansturm der Angreifer und den Einsatz von schweren Belagerungsgeräten. Hatte das Römerkastell in Bitburg auch einen solchen Graben? Diese Frage ist gar nicht einfach zu beantworten. Der älteste Stadtplan Bitburgs um 1560 stammt von Jakob van Deventer. Er zeichnete den Grundriss Bitburgs mit dem Römerkastell und der mittelalterlichen Stadtmauer. Auf diesem Stadtplan sieht man auch einen mittelalterlichen Stadtmauergraben. Von dem Stadtplan gibt es zwei Exemplare, die sich in der Belgischen und Spanischen Nationalbibliothek befinden. Über die Internetseite der Belgischen Nationalbibliothek können Sie sich den Stadtplan ansehen (http://uurl.kbr.be/1043759). Wir wissen also von einem mittelalterlichen Graben. Aber wie sieht es zur Römerzeit aus? 1968 wurden beim Bau eines Verwaltungsgebäudes der Bitburger Brauerei ein 8 m breiter und 3 m tiefer Spitzgraben beobachtet (Abb. 1). Dieser verlief im Abstand von ca. 33 m parallel zur Kastellmauer und lag innerhalb der Reichweite der römischen Bogenschützen. Der Graben setzte sich wohl ungefähr im Bereich der modernen Straße „An der Römermauer“ nach Norden hin fort. Leider waren damals keine Archäologen dabei. Es könnte also ein römischer Graben oder auch ein mittelalterlicher Graben sein. An der Ostseite des Kastells konnte so ein Spitzgraben bislang nicht nachgewiesen werden. Bei weiteren Ausgrabungen wurden näher an der Kastellmauer mehrfach Böschungsansätze von Gräben festgestellt. Fraglich ist jedoch, ob diese Abschnitte zu einem zweiten römischen Graben oder zu späteren mittelalterlichen Grabenanlagen gehören, wie sie der Deventer-Plan zeigt. Vielleicht können zukünftige Ausgrabungen diese Frage noch klären.

Autoren: Ferdinand Heimerl, Marcus Thiel, GDKE/Rheinisches Landesmuseum Trier
Foto: heute im RLM Trier/GDKE

Abb. 1
Abb. 1


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