Stadt Bitburg


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Aus dem Stadtarchiv - Die Zengerle/Zangerle aus Tirol konnten sich in Bitburg schnell „integrieren“

12.9.2017

Heute ist der Begriff „Integrieren“ in aller Munde, wenn man über den Zuzug von Fremden spricht. Zur Zeit der Kaiserin Maria Theresia (+ 1780) verließen zahlreiche Tiroler ihre Heimat und suchten Arbeit und Beschäftigung in den sogenannten „österreichischen Niederlanden“. Das waren das heutige Belgien, Luxemburg und damit auch das Bitburger Land. Diese „Fremden“ sprachen zwar Deutsch, sie hatten es also leichter als die meisten heutigen Zuwanderer. Dennoch fielen sie durch ihre Mundart auf. Die Integration der „Bitburger Tiroler“ verlief aber offenbar ohne große Schwierigkeiten, wie das Beispiel der Familie Zangerle/Zengerle zeigt.
Andreas Zangerle kam als „Zuwanderer“ um 1740 nach Echternach-Bitburg und heiratete Anna Maria Servais aus Spang. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er noch zweimal und wählte wieder Töchter des Bitburger Landes. Aus seinen drei Ehen hatte er 10 Kinder. In der Stadt wurde er ein angesehener Kaufmann, so dass er als Schöffe und Richter gewählt wurde. Eine seiner Töchter, Maria Katharina (* 1771 in Bitburg), heiratete einen Verwandten Franz Zangerle, der ebenfalls aus Tirol in die Eifel gekommen war. Auch er heiratete zweimal und wählte nach dem Tod seiner ersten Ehefrau die wohlhabende Rittersdorferin Anna Maria Nels. Auch hier war die Kinderzahl groß: Aus beiden Ehen sind 12 Kinder bekannt. Franz wurde Bürgermeister in Bitburg, war „Präsident“ des Bitburger Hospitals und führte eine Gastwirtschaft vor dem unteren Tor. Hier braute er sein eigenes Bier. Die kleine Brauerei Zangerle war eine der drei Brauereien, die es Mitte des 19. Jahrhunderts in Bitburg gab.
Wie schnell die Familie Zangerle in Bitburg Ansehen erlangte, sieht man daran, dass ein Sohn von Franz die Tochter Katharina des Bitburger Notars Thilmany und Schwester des ersten Ehrenbürgers unserer Stadt heiratete, ein weiterer Sohn Wilhelm heiratete Klara Wallenborn aus der angesehenen Kyllburger Familie, die sich wie die Zangerle in der Kunst des Bierbrauens einen Namen machte. Am Beispiel der Tiroler Familie kann man erkennen, wie erfolgreiche Integration problemlos möglich ist. – Ganz einfach: Durch eine – oder gleich mehrere glückliche Heiraten!
An die Familie Zangerle erinnert heute die traditionsreiche Gastwirtschaft „Zangerles Eck“.


P. N.



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